Hüttenordnung

Im folgenden Text schließt die männliche Bezeichnung immer auch die weibliche mit ein. Präambel: Die Schutzhütten der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol bilden eine wichtige Infrastruktur für den alpinen Tourismus in Südtirol, die allen Bergsteigern Unterkunft und auch Verpflegung bieten. Die Ausstattung ist zumeist schlicht, der Charakter ursprünglich. Die nachfolgende Hüttenordnung richtet sich an alle Hüttengäste und definiert deren Rechte und Pflichten laut den Vorgaben der paritätischen Kommission, die aus AVS, CAI und der Autonomen Provinz Bozen besteht. Die Einhaltung der Hüttenordnung soll ein gedeihliches Miteinander und Sicherheit gewährleisten. Darüber hinaus gelten die gesetzlichen Bestimmungen, die hier nicht gesondert erwähnt werden.

1. Anmeldung

1.1. Eintrag ins Hüttenbuch
Jeder Nächtigungsgast soll sich bei Ankunft in das Hüttenbuch eintragen. Zur leichteren Auffindung Verunglückter und Vermisster wird jedem Hüttengast empfohlen, das Ziel der Bergtour und die Handynummer im Hüttenbuch anzugeben.

2. Schlafplätze

2.1. Bevorzugten Anspruch auf Schlafplätze Bevorzugten Anspruch auf einen Schlafplatz vor allen Hüttengästen haben:
– Erkrankte oder Verletzte, denen der Abstieg oder der Transport ins Tal nicht zugemutet werden kann;
– Rettungsmannschaften im Dienst, die zudem kostenlos nächtigen.

2.2. Hygienische Auflagen
Für alle Schlafplätze ist die Verwendung eines Hüttenschlafsacks verpflichtend vorgeschrieben.

2.3. Reservierungen und Stornogebühr
Die Hüttenwirtsleute dürfen Vorausbestellungen für max. 75% der Schlafplätze entgegennehmen. Die angenommenen Vormerkungen bleiben bis 18.00 Uhr gültig, danach werden die Schlafplätze aufgrund der Ankunftszeit zugeteilt. Es steht den Hüttenwirtsleuten frei Anzahlungen einzuheben bzw. im Falle von Rücktritt oder Nichtantritt eine angemessene Stornogebühr geltend zu machen. Details werden von den Hüttenwirtsleuten bekannt gegeben.

3. Tarife

Die Hüttenwirtsleute sind verpflichtet, die Preise für Nächtigung und Verpflegung im Rahmen vergleichbarer Hüttenkategorien zu gestalten.

3.1. Einräumung von Vergünstigungen
Die Hüttenwirtsleute haben die Möglichkeit mit den Alpenvereinen bzw. Dritten besondere Konditionen für die Verpflegungs- und Nächtigungstarife zu vereinbaren

3.2. Notlager
Bei Überbelegung kann für Notlager eine Tarifminderung gewährt werden.

4. Verpflegung

4.1. Angebotsverfügbarkeit
Zumindest von 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr muss mindestens eine warme Mahlzeit angeboten werden.
Die Hüttenwirtsleute haben das Frühstück und das Teewasser zeitlich abgestimmt auf die lokale bergsteigerische Notwendigkeit anzubieten.

4.2. Jugendgetränk
Es muss ein alkoholfreies Getränk angeboten werden, das mindestens 40 % billiger ist als Bier in gleicher Menge.

4.3. Infrastrukturbeitrag
Tagesgäste entrichten bei Selbstversorgung für die Nutzung der Infrastruktur der Hütte 2,50 € pro Person.

5. Erste Hilfe Material

In der Hütte sind von der Hüttenwirtsleuten Erste Hilfe Materialien bereitzustellen.

6. Verhalten in der Hütte und ihrem Umfeld

6.1. Rücksichtnahme und Abfallbeseitigung
Jeder Besucher hat sich in der Hütte und in ihrem Umkreis so rücksichtsvoll zu verhalten, dass er andere Personen nicht stört. Die Hütte und ihr Umfeld sind sauber zu halten, und alle Gäste haben zum Schutz der Gebirgswelt ihren eigenen Abfall selbst zur ordnungsgemäßen Entsorgung ins Tal mitzunehmen.

6.2. Hüttenruhe
Generell soll von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr in der Hütte Ruhe herrschen. Die Zeit der Hüttenruhe ist gut sichtbar anzuschlagen. Früh Aufstehende müssen sich so verhalten, dass sie die Hüttenruhe nicht stören.

6.3. Musizieren und Konzerte
Das Spielen von Musikinstrumenten ist nur im Einvernehmen mit den Hüttenwirtsleuten gestattet.
Musikalische Darbietungen gegen Eintrittsgeld sind grundsätzlich nicht gestattet.

6.4. Rundfunk-, Fernseh- und Musikgeräte
Rundfunk-, Fernseh- und Musikgeräte dürfen weder in den Aufenthalts- und Schlafräumen noch im Hüttenbereich benutzt werden. Ausgenommen sind der Empfang des Wetter- und des Lawinenlageberichtes bzw. der Betrieb von Audiogeräten mit Köpfhörern außerhalb der Hüttenruhe. Die Hüttenwirtsleute können für bestimmte abgeschlossene Räume Ausnahmen zulassen, wenn die Gewähr besteht, dass die Gäste in den übrigen Räumen dadurch nicht gestört werden.

6.5. Rauchen
Rauchen ist in der gesamten Hütte verboten.

6.6. Verhalten im Schlafraum
In den Schlafräumen darf weder gekocht noch gegessen werden. Sie dürfen nicht mit Berg- und Skischuhen betreten werden. Das Hantieren mit offener Flamme (Kerzen, Gaskocher etc.) ist nicht gestattet.

6.7. Verhalten bei Platzmangel
Bei Platzmangel dürfen Sitzplätze in den Gasträumen nicht im Voraus belegt werden; auf Wartende ist Rücksicht zu nehmen.

6.8. Mitnahme von Haustieren
In allen Schlafräumen sind Haustiere verboten, außer es wird ein Raum deklariert, in welchem auch Bergrettungs- und Blindenhunde (etc.) nächtigen können, diesen kommt eine besondere Bedeutung zu. Das Unterbringen von Tieren muss in jedem Fall vorab mit den Hüttenwirtsleuten abgeklärt werden.
Sofern Haustiere gestattet sind: kann eine angemessene Reinigungspauschale von mindestens 10,00 € erhoben werden, dürfen diese die Hütte nur gereinigt und trocken betreten, dürfen diese aus hygienischen Gründen nicht im Bett und nicht auf den Decken liegen. Eine entsprechende Haustierdecke ist vom Tierhalter
mitzuführen.

6.9. Beschädigung
Für jede fahrlässige oder vorsätzliche Beschädigung der Hütte oder ihrer Einrichtung hat der Verursacher aufzukommen. Für das Verhalten von Kindern sind die Eltern oder die sie begleitenden Personen verantwortlich.

7. Aufsicht, Beschwerden

7.1. Hausrecht
Die Hüttenwirtsleute üben das Hausrecht in Vertretung des Eigentümers aus.

7.2. Verstoß gegen die Hüttenordnung
Wer diese Hüttenordnung nicht einhält, kann von der Hütte verwiesen werden.

7.3. Handhabung von Beschwerden
Beanstandungen und Beschwerden sollen an Ort und Stelle behoben werden. Ist dies nicht möglich, sind sie schriftlich an das Amt für Vermögen der Autonomen Provinz Bozen- Südtirol zu richten.

Schlussbestimmung
Diese Hüttenordnung muss in der Hütte aufliegen und jedem Gast bei Aufforderung zur Einsichtnahme vorgelegt werden. Ein Auszug mit den wichtigsten den Hüttengast betreffenden Bestimmungen ist an gut sichtbarer Stelle auszuhängen.